Durch Begeisterung zum Unternehmenserfolg

Mi, 04. September 2019

Kennen Sie Tim Cook? Vermutlich ist Ihnen der Name des Apple-Chefs geläufig, erscheint er doch oft genug in den Wirtschaftsnachrichten. Doch haben Sie auch Cooks Gesicht vor Augen, wenn Sie seinen Namen hören? Ist es Ihnen so präsent wie das Gesicht seines Vorgängers Steve Jobs? Vermutlich nicht.

 

Mit dem Tod von Jobs vor acht Jahren hat Apple einiges an Charisma verloren; Innovationen – unter Jobs an der Tagesordnung – waren unter Cooks Führung bislang Mangelware. Allerdings erreichte die Apple-Aktie unter Cook 2012 ihren Rekordwert von rd. 700 Dollar. Außerdem ließ Cook erstmals Dividenden an Aktionäre ausschütten. Cook gilt als besserer Teamplayer, während Jobs ein Perfektionist gewesen sein soll, der das Äußerste von seinem Team forderte.

 

Begeisterung für die Arbeit

 

Klar ist jedenfalls, dass Jobsʼ Produktvorstellungen die Öffentlichkeit begeisterten, während Cooks Auftritte zwar mit Spannung erwartet werden (kein Wunder beim zweitwertvollsten Unternehmen der Welt!), jedoch nie die Aufmerksamkeit erlangten wie Jobsʼ Präsentationen. Allerdings zeigt sich, dass ein Unternehmen auch mit einem weniger charismatischen Frontman große Erfolge haben kann. Denn noch wichtiger als die Öffentlichkeit zu begeistern, ist es, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Begeisterung für die Arbeit hervorzurufen. Apples (ehemalige) Mitarbeiter bewerten das Unternehmen als Arbeitgeber auf der Internetplattform Glassdoor jedenfalls mit vier von fünf Sternen (Stand: September 2019) – und zwar in etwa gleichbleibend über die letzten zwei Jahre.

 

Begeisterte Mitarbeiter sind motivierter, haben mehr Ideen, arbeiten konzentrierter und sind insgesamt leistungsfreudiger. Das wirkt sich auf ein Unternehmen aus – vorausgesetzt, es stellt ein Produkt her, das die Begeisterung wert ist. Schrott lässt sich auch mit begeisterten Mitarbeitern nur schlecht verkaufen.

 

Verantwortung in die Hände der Mitarbeiter legen

 

Begeisterung bei den Arbeitnehmern hervorrufen, ein Wir-Gefühl herstellen, das klingt einfach, scheint aber vielen Unternehmen schwerzufallen. Auch weil viele Unternehmenschefs nicht bereit sind, Verantwortung abzugeben. Natürlich muss die letzte Entscheidung in allen wichtigen Dingen bei der Geschäftsführung liegen, doch auf dem Weg dahin ist es sinnvoll, die Mitarbeiter einzubeziehen. Etwa, indem sie Feedback zu ihren Arbeitsbedingungen geben, Wünsche und Ideen einbringen können. Und dabei ernstgenommen werden.

 

Soziale Verantwortung und Umweltbewusstsein

 

Auch die soziale Verantwortung eines Unternehmens spielt für die Begeisterung der Mitarbeiter eine Rolle. Vorbildhaft ist dabei sicher der deutsche Bekleidungshersteller Trigema, bei dem es seit 50 Jahren keine betriebsbedingten Kündigungen gab und der allen Kindern seiner Beschäftigten einen Ausbildungsplatz zusichert. Es macht stolz, in einem Unternehmen zu arbeiten, das die Belange der Mitarbeiter derart im Blick hat. Das Gleiche gilt für Unternehmen, die umweltbewusst handeln. Solche Arbeitgeber haben es zudem leichter, Fachkräfte anzuwerben und zu halten.

 

Veränderungen sanft gestalten

 

Veränderungen im Unternehmen, die Arbeitskräfte begeistern (und im Nachgang durch Mundpropaganda vielleicht die Öffentlichkeit), müssen nicht als Umwälzungen daherkommen, sondern lassen sich Schritt für Schritt gestalten. Auf diese Weise gelingt es allen im Unternehmen leichter, sich darauf einzustellen. Am besten beteiligen sie hierbei bereits die Mitarbeiter. Sie sind dann eher bereit, Veränderungen mitzutragen. Siehe Apple: Auch der Wechsel an der Spitze des Technikunternehmens kündigte sich schon einige Zeit vorher an – es war klar, dass der kranke Jobs den Belastungen irgendwann nicht mehr gewachsen sein würde. Die Mitarbeiter waren zumindest vorbereitet.

 

 

Autor: Nora Heer

Dieser Artikel wurde zuerst auf www.lead-digital.de veröffentlicht.

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