Millennials in Unternehmen: Feedback, please!

Di, 06. August 2019

Millennials – all die Menschen, die in der Zeit zwischen den frühen 80er- und den späten 90er-Jahren geboren wurden – haben dem Gallup-Institut zufolge das Bedürfnis, regelmäßig Feedback von ihren Vorgesetzten zu erhalten: um die Qualität ihrer Arbeit einzuordnen, um zu erfahren, was sie besser machen können, um zu sehen, wo sie im Unternehmen stehen. Doch nur 19 % der in der Studie „How millennials want to work und live“ Befragten bekommen sofortige Rückmeldungen.

 

Stattdessen finden in den meisten Unternehmen einmal im Jahr Mitarbeitergespräche statt, auf die sich Vorgesetzte, nehmen sie ihre Aufgabe ernst, lange vorbereiten müssen, und vor denen viele Angestellte zittern. Ein großes Problem dieser Gespräche: Die neuesten Entwicklungen sind besonders präsent – also all die Dinge, die in der Zeit direkt vor dem Feedbackgespräch gut oder schlecht gelaufen sind. Das, was vor einem halben oder einem Dreivierteljahr geschah, ist oft nicht mehr in den Köpfen, wurde es nicht (z.B. in einem Mitarbeiterbogen) schriftlich festgehalten. Genau diese schriftliche Dokumentation kommt im hektischen Tagesgeschäft jedoch oft zu kurz. Manche Feedbackgespräche sind daher keine Jahresgespräche, sondern eine Momentaufnahme. Kein Wunder, dass sich manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unfair behandelt fühlen, andere verängstigt sind oder keinen Sinn in solchen Gesprächen sehen. Besonders offensichtlich wird das bei den Millennials, die sich stattdessen regelmäßiges Feedback wünschen.

 

Woher stammt der Wunsch nach Feedback?

 

Millennials und, noch stärker, Mitglieder der nachfolgenden Generation Z sind es gewohnt, ständig Feedback zu bekommen: durch ihre Eltern, die ihnen stets erklärt haben, warum sie etwas zu tun haben, als einfach nur Anweisungen zu geben, durch die Schule, vor allem aber durch die sozialen Medien. Jedes Like bei Facebook, jedes Herzchen bei Twitter oder Instagram, jede Reaktion in einer WhatsApp-Gruppe hat sie auf den Erhalt von permanentem Feedback trainiert, um nicht zu sagen konditioniert. Verständlich, dass sie auch im Job die Evaluierung ihrer Performance suchen – und bitte nicht nur einmal im Jahr. Feedback in Echtzeit ist angesagt.

 

Rasche Reaktion erwünscht

 

Unternehmen, die diese Altersgruppe richtig ansprechen wollen, müssen daher umdenken. Um die Millennials und die nachfolgende Generation Z mitzunehmen und ihnen die bestmögliche Leistung abzuverlangen, sind keine regelmäßigen zeitfressenden Gespräche nötig. Feedback kann auch elektronisch erfolgen. Wichtig ist aber, dass Teamleiter im Verlauf eines Projekts immer wieder eine Rückmeldung geben. Dabei müssen sie nicht unbedingt einen Kuschelkurs fahren, das Feedback muss jedoch konstruktiv sein. Denn Kritik ohne Lösungsansätze führt in die Sackgasse. Lob darf ebenfalls nicht fehlen. Auch kleine Fortschritte sollten Projektleiterinnen und -leiter würdigen, um zu zeigen, dass die Mitarbeiter dem richtigen Weg sind, und um Anreize zu geben, genauso weiterzumachen.

 

Meinungen einfordern

 

Da Millennials und die Mitglieder der Generation Z meistens selbstbewusster als ihre Vorgänger-Generationen und daran gewöhnt sind, dass ihre Meinung gehört wird, sollten sie in den Feedbackprozess einbezogen werden und sagen dürfen, was im Projekt gut läuft und was verbesserungswürdig ist. So erfahren auch die Vorgesetzten, ob sie „auf Kurs“ sind. Klar ist, dass beim Feedback vorab festgelegte Regeln gelten. Nur motzen gilt nicht. Rückmeldungen dienen dazu, das Projekt voranzubringen und wertschätzend miteinander umzugehen. Wenn das alles klar ist, dann klapptʼs auch mit den Millennials und ihren Nachfolgern. In jedem Unternehmen.

 

 

Autor: Nora Heer

Dieser Artikel wurde zuerst auf www.lead-digital.de veröffentlicht.

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