Warum Nachhaltigkeit für Unternehmen kein Schlagwort sein sollte

Mi, 28. August 2019

Nachhaltigkeit ist kein schönes Wort. Es klingt sperrig und dient in vielen Diskussionen als Totschlagargument: „Das, was Sie da machen, ist nicht nachhaltig.“ Auch Medien, Werbung und Produktbeschreibungen verwenden den Begriff mittlerweile so häufig, dass er schon fast beliebig wirkt.

Dabei ist Nachhaltigkeit gut: Wenn in der Produktion erneuerbare Ressourcen genutzt werden, bleiben Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen erhalten. Wenn Unternehmen soziale Verantwortung übernehmen, profitieren sowohl die Beschäftigten als auch die Gesellschaft. Wenn Unternehmen auf der Grundlage der verfügbaren Informationen Entscheidungen so treffen, dass sie Bestand haben, verleiht das den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Sicherheit. Der Weg zum Ziel muss dabei nicht gerade verlaufen, auch das Ziel kann auf dem Weg angepasst werden. Die Beschäftigten sind flexibel genug mitzudenken und mitzuziehen, wenn die (Aus-)Richtung stimmt.

 

Nachhaltig wirtschaften, Fachkräfte gewinnen

 

Unternehmen, die Nachhaltigkeit leben, sind beliebte Arbeitgeber. Nicht zuletzt, weil sie der Arbeit Sinn verleihen. 49 % der 21- bis 34- Jährigen möchten in einem nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen arbeiten, so der Global Corporate Social Responsibility Report 2014. Betriebe, die junge, motivierte Fachkräfte gewinnen wollen, sollten Nachhaltigkeit daher unbedingt auf die Agenda setzen. Sich nur einen grünen Anstrich zu geben, reicht jedoch nicht. Denn neue Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer merken rasch, ob Nachhaltigkeit im Unternehmen Programm oder nur Fassade ist. So schnell sie da waren, sind sie auch wieder weg.

 

Fragen Sie die Belegschaft!

 

Unternehmen, die die genannten Vorteile nutzen und künftig auf mehr Nachhaltigkeit setzen wollen, profitieren davon, die Beschäftigten bei der Frage einzubeziehen, welche Möglichkeiten für eine nachhaltigere Produktion, für nachhaltigeres Wirtschaften und Arbeiten, für nachhaltigere Entscheidungen es gibt. So kennen die Angestellten in der Entwicklungsabteilung die Materialien, die die Produktion einsetzt, und wissen, welche Anforderungen ein potenzieller Ersatz für einen umweltschädlichen Rohstoff erfüllen muss. Auch die Büroangestellten haben sicher zahlreiche Ideen für nachhaltigeres Arbeiten – neben den allseits bekannten Möglichkeiten wie klimaneutrale Versanddienste zu nutzen und Plastikverpackungen durch Papier zu ersetzen. Dieses Wissen können sich Unternehmen bei der Anpassung ihrer Ausrichtung zunutze machen, indem sie es gezielt abfragen.

 

Begeistert in die Nachhaltigkeit

 

Es hat weitere Vorteile, die Beschäftigten auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit einzubeziehen: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stehen hinter den Neuerungen, selbst wenn sie dafür Bequemlichkeiten aufgeben müssen. Auch Fachkräfte lassen sich leichter gewinnen, berichtet die Belegschaft begeistert davon, dass und wie Nachhaltigkeit im Unternehmen gelebt wird.

Das Schlagwort Nachhaltigkeit verliert seine Beliebigkeit, wenn alle mitziehen. Und: Nachhaltiges Wirtschaften verschafft der Geschäftsführung als auch den Beschäftigten das gute Gefühl, aktiv etwas für Umwelt und Gesellschaft und damit für sich selbst zu tun.

 

 

Autor: Nora Heer

Dieser Artikel wurde zuerst auf www.lead-digital.de veröffentlicht.

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