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So erkennen Sie ein toxisches Arbeitsumfeld

Personal Trends

06.02.2023

Toxische Arbeitskulturen sind der Nummer 1 Grund für Kündigungen, dicht gefolgt von Gehalt, schlechtem Management und einer ungesunden Work-Life-Balance. Das hat eine aktuelle Studie zu dem Thema ergeben. 

 

Was ist ein toxisches Arbeitsumfeld?

Ein Arbeitsplatz gilt vor allem dann als toxisch, wenn sich vermehrt ungesunde oder störende Verhaltensweisen wiederfinden. In sehr ausgeprägter Form reden wir hier beispielsweise von Mobbing, Belästigung oder Diskriminierung. Aber auch von extremer Belastung und hohem Konkurrenzdenken innerhalb der eigenen Reihen. Diese Art von Arbeitsumfeld kann zu Stress, Burnout-Symptomen und niedriger Motivation unter den Mitarbeiter:innen führen. Langfristig geht damit ebenfalls eine hohe Fluktuationsrate einher, was sich wiederum in einem entsprechendem Ruf für das Unternehmen spiegelt. 

 

Was sind klassische Anzeichen für ein toxisches Arbeitsfeld?

Gerade am Anfang einer neuen Beschäftigung gehen Anzeichen für ein toxisches Umfeld in der Aufregung verloren. Dabei ist gerade die Probezeit, also die üblicherweise ersten sechs Monate, dazu da, sich ein Bild des Arbeitgebers zu machen und entsprechend zu prüfen, ob man sich langfristig in dem Unternehmen sehen kann. Und oft sind es auch die subtilen Dinge, die Bände sprechen.  

 

Der Ablauf von Meetings

Welche Gestik und Mimik lässt sich bei Kollegen während Meetings ablesen? Kommt ein konstruktiver Austausch zustande? Oder geht es vor allem nach Meetings in die rege Nachbesprechung? Alles wichtige Faktoren, die viel über die Unternehmenskultur aussagt. Denn im besten Falle sind alle Teilnehmer eines Meetings - sowohl online als auch in Person - aktiv und konzentriert bei der Sache und bringen sich entsprechend ein. Wo es Sinn macht, kommt ein Diskurs zustande. Alternativ werden Themen in die jeweiligen Teams weiterbesprochen, damit das Meeting nicht in die Länge gezogen und so die Zeit der anderen Kollegen respektiert wird. 

 

Der Umgang miteinander

Im schlimmsten Fall eines toxischen Arbeitsumfeldes treffen Mitarbeiter:innen auf Mobbing und Diskriminierung. Sprich, Kollegen oder Vorgesetzte verhalten sich übergriffig und äußern sich auf rassistische, sexistische oder homophobe Weise. Auch die Verpackung in einen Scherz lindert das Ausmaß eines solchen Verhaltens in keinem Fall. 

 

Workload und Deadlines

Schauen Sie mal in die Runde. Beobachten Sie überproportional viel Stress in Form von hoher Arbeitsbelastung und knappen Deadlines? Unterstützen sich Kollegen gegenseitig, oder werden die Ellenbogen rausgefahren? Auch lange Arbeitszeiten und der Versand von späten Emails sind klare Indikatoren dafür, dass die Arbeitsbelastung zu hoch ist und entsprechend Überstunden bereits zur Norm geworden sind. Wenn sich diese Muster über Wochen und Monate hinziehen, anstelle eines Peaks über begrenzte Zeit, gibt es keine Ausreden mehr. Ganz klarer Fall von toxischem Arbeitsumfeld. 

 

Kommunikation und Transparenz

Führungskräfte, die ihr Wissen im Team weitergeben und ihre Talente entsprechend fördern - lieben wir. Teams, die sich offen austauschen und so gegenseitig pushen umso mehr! Wenn aber stattdessen Informationen nicht weitergegeben werden, oder Wissen gehortet wird, um sich unersetzbar zu machen - das ist Gift für das Arbeitsklima. In der Konsequenz lässt sich oft mangelndes Vertrauen untereinander beobachten, was wiederum eine effiziente Zielerreichung nicht nur hindert, sondern quasi unmöglich macht. 

 

Anerkennung und Wertschätzung

Mitarbeitende, die sich aktiv in die Weiterentwicklung des Unternehmens einbringen und verlässlich gute Leistung bringen, verdienen entsprechende Anerkennung. Passiert das nicht, sinkt auch die Motivation weiterhin die Leistungskurve hochzuhalten. Stattdessen steigt die Frustration und im Zweifel auch die Fluktuation innerhalb des Unternehmens. Deswegen lohnt es sich hier zu beobachten: Wenn ein Team einen Meilenstein erreicht - sammelt der Teamlead sich die Lorbeeren ein? Oder werden die einzelnen Mitglieder mit ihrem jeweiligen Beitrag wertgeschätzt? Wichtiger Unterschied!

 

Was tun, wenn man sich in einem toxischen Arbeitsumfeld wiederfindet?

Zunächst mal gilt es: Ruhe bewahren und sich einen Zettel und Stift nehmen. Notieren Sie sich, welche toxischen Muster Sie im Unternehmen wiederholt beobachtet haben und ergänzen Sie im besten Fall auch konkrete Situationen. Darauf können folgende Punkte in beliebiger Reihenfolge folgen: 

  • Klären Sie Ihre Grenzen: Setzen Sie sich Ihre ganz persönlichen Grenzen für unangemessenes Verhalten und kommunizieren Sie diese deutlich.
  • Suchen Sie Unterstützung: Sprechen Sie mit Kollegen, Freunden oder einer sonstigen Anlaufstelle über Ihre Erfahrungen.
  • Melden Sie das Problem: Wenden Sie sich an Ihren Vorgesetzten oder HR-Manager und fordern Sie eine Lösung.
  • Bereiten Sie sich mental auf Alternativen vor: Wenn nicht in dieser Firma - oder diesem Team - wo sehen Sie sich stattdessen?
  • Priorisieren Sie Ihre Gesundheit: Nehmen Sie sich Ihre Zeit zurück. Machen Sie pünktlich Feierabend und gestalten ihre Zeit wieder basierend auf Ihren persönlichen Präferenzen. Die Klassiker: Freunde & Familie, Sport, gutes Essen, ausreichend Schlaf.

Wenn Sie sich in einer Führungsposition oder der Personalabteilung befinden, haben Sie natürlich das Zepter in der Hand. Hier gilt es zunächst mal in den eigenen Reihen Bewusstsein für das Thema zu schaffen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Ein paar konkrete Ansätze:

  • Überstunden nicht honorieren, sondern stattdessen den Workload in Frage stellen und Aufgaben priorisieren. 
  • Auf Emails außerhalb der Arbeitszeiten mit einem kleinen Augenzwinkern á la "Guter Input - gern in Zukunft innerhalb der Arbeitszeiten" reagieren. Im Zweifel in einem kurzen persönlichen Austausch. 
  • Das eigene Wissen mit dem Team teilen und auch für einen regen Wissensaustausch zwischen den verschiedenen Teams ermutigen. Beispielsweise mit einem monatlichen Kalendereintrag, in dem eine Abteilung ihre Best Practices vorstellt.

 

Der finale Schritt? 

Wie in der Einleitung schon angekündigt: Wenn gar nichts mehr geht, heißt es Abschied nehmen. Damit Sie Ihren Kollegen aber einen sauberen Übergang ermöglichen, gilt es auf ein paar wichtige Punkte zu achten. 

  • Kündigen Sie frühzeitig: Geben Sie so früh wie möglich bekannt, dass Sie das Unternehmen verlassen möchten. Das gibt dem Unternehmen Zeit, um einen Ersatz zu finden.
  • Bereiten Sie eine professionelle Übergabe vor. Dazu gehört die Dokumentation aller Zugänge und Plattformen, wichtige Deadlines und anstehende Events.
  • Es kann nie schaden, in Kontakt zu bleiben. Wer weiß, wann man sich wiedersieht und welche Möglichkeiten sich noch ergeben. 
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